Backvergnügen, Cover_klein

„Backvergnügen wie noch nie“, Gräfe und Unzer

Ein weiteres Backbuch, welches ich euch gerne vorstellen möchte, ist das Buch „Backvergnügen wie noch nie“ vom Gräfe und Unzer Verlag. Die Backideen daraus stammen von Christian Teubner und Annette Wolter. Herr Teubner als Konditormeister und Frau Wolter als Kochbuch-Autorin haben mit diesem Buch meiner Meinung nach eine Rezeptsammlung und ein Nachschlagewerk für jeden Hobbybäcker geschaffen.

Die Originalausgabe des Buches stammt aus dem Jahr 1984. Als ich das Buch das erste Mal bei meiner Schwiegermutter durchblätterte, fiel mir bei der Durchsicht auf, dass es das Rezept für die erste Torte enthält, die ich jemals gebacken habe: Mokkacreme-Torte. Ich habe das Foto sofort wieder erkannt und kann mich daran erinnern, als wäre es gestern gewesen, wie ich mit meiner Freundin damals in der Küche stand. Wir waren glaub‘ ich 13 oder 14. Torte backen, wie aufregend. Für mich war das damals etwas besonderes. (Ist es auch heute noch.) Erst den Boden backen, dann das Durchschneiden (wie aufregend!), die Creme zubereiten und anschließend das Einstreichen und Verzieren. Alles alleine nur mit meiner Freundin. Ich war so stolz. Und sie schmeckte natürlich so gut. Ich weiß auch noch, dass ich anfangs sehr skeptisch war, weil ich noch gar keinen Kaffee mochte, aber das hatte sich nach dem ersten Bissen schnell gelegt.

Nun gut, aber ich wollte euch nicht mit meinen Kindheits- bzw. Teenieerinnerungen langweilen, sondern über das Buch berichten. Ich würde fast behaupten, dass man nier alles findet, was man an Handwerkswissen zum Backen braucht.

Ganz zu Beginn hat man auf 16 Seiten genaue Erklärungen zu Grundrezepten wie Hefeteig, Brandteig, Blätterteig, Mürbeteig usw. Vor allem auch bebilderte Anleitungen zum Rollen und Flechten von Hefeteig oder Herstellung des Blätterteigs. Es ist wirklich sehr ausführlich beschrieben. Da dürfte man nichts falsch machen können.

An Rezepten findet ihr wirklich fast alles. Weihnachtsplätzchen, Torten, herzhaftes Gebäck, Ausgefallenes wie Osterkörbe, einfache Kuchen, Obstkuchen, Geschenke aus Teig, Gesundheitskuchen, Brote, Teilchen und und und. Es sind wirklich eine Menge Rezepte. Ich weiß leider nicht wie viele, aber sie erstrecken sich auf fast 200 Seiten.

Zum Schluss sei noch der Anhang zu erwähnen, den ich sehr nützlich finde. Dort werden verschiedene Backgeräte beschrieben, Backzutaten, wie lange welches Gebäck bei welcher Temperatur backen muss, ein Lexikon der Backunst, Aufbewahrung von Gebäck, und eine Gefriertabelle.

Jedoch gefällt mir nicht alles an dem Buch. Die Rezepte sind teilweise sehr knapp beschrieben. Außerdem sind sie nicht strukturiert, so dass man sie wirklich vorher mehrmals lesen sollte, bevor man zu backen beginnt. Für einige Dinge werden die Grundrezepte wie Hefeteig, Blätterteig usw. vorausgesetzt, die man am Anfang des Buches beschrieben findet.

Als Grundrezeptsammlung ist es sehr gut geeignet, aber man sollte dem Buch nicht allzu sehr vertrauen. Eigentlich sollte man gerade beim Backen exakt nach Rezept arbeiten, aber hier empfiehlt es sich wohl eher nach Gefühl zu schauen und ggf. Dinge zu korrigieren. So hat meine Schwägerin mir zum Beispiel berichtet, dass der Elsässer Apfelkuchen überhaupt nicht geschmeckt habe. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber für mich klingt er auch sehr langweilig. Es muss ja auch nicht immer jedes Rezept gut sein. Auf der anderen Seite kann ich aber den Echten Heidesand sehr empfehlen. Der wird bei uns zur Weihnachtszeit sehr gerne gegessen. Oder natürlich die Mokkacreme-Torte. Ich habe aber auch schon ein Auge auf das ein oder andere Rezept geworfen, welches ich gerne mal nachbacken möchte. Zum Beispiel die ganz klassische Käse-Sahne-Torte. Hab‘ ich noch nie gemacht. Muss ich dringend nachholen.

Die Fotos sehen übrigens etwas altbacken aus, was wahrscheinlich daran liegt, dass sie tatsächlich noch aus den 80ern stammen. Was ich persönlich aber nicht besonders schlimm, sondern irgendwie schön finde. Schließlich bin ich ein Kind der 80er. 😉

Regulär kostet das Buch übrigens 14,99 Euro, ich habe es aber auch schon für 9,90 Euro im Angebot gesehen. So etwas sieht man ja beim GU-Verlag immer wieder mal. Man kann also im Prinzip mit diesem Buch nichts falsch machen. Wenn ich es auch nicht als perfekt bezeichnen würde, bei mir hat es jetzt einen festen Platz im Regal.

 

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